Eine smarte Küche lohnt sich dort, wo sie Ihnen einen Handgriff abnimmt, den Sie ohnehin machen: den Backofen auf dem Heimweg vorheizen, den Dunstabzug automatisch regeln, den Timer per Sprache stellen. Alles andere ist Zugabe, kein Fundament. Entscheidend ist die Planung vorab: Strom und WLAN an den richtigen Stellen und die Regel, dass jedes Gerät auch ohne App ein vollwertiges Gerät bleibt.
Der Kühlschrank, der Ihnen aufs Handy schickt, was drin ist, ist beeindruckend. Die Frage ist nur, ob Sie das je öffnen werden.
Über smarte Küchen wird geredet, als käme gleich der Roboter, der kocht, während man auf der Couch den Aperitif genießt. Ein Teil davon existiert tatsächlich: Backöfen, die sich per App vom Supermarkt aus vorheizen lassen, Kühlschränke, die per Innenkamera zeigen, ob noch Milch da ist, Dunstabzüge, die von selbst anspringen, sobald es auf dem Kochfeld dampft. Die Technik ist da, und sie funktioniert.
Aber die interessante Frage ist nicht, was smarte Technik kann. Sie kann viel. Die interessante Frage ist, was davon Ihnen morgens um sieben und abends um sieben tatsächlich etwas abnimmt – und was nur ein Display ist, das man nach drei Wochen ignoriert. Sortieren wir das.
Welche smarte Küchentechnik lohnt sich wirklich?
Es gibt eine Handvoll Funktionen, bei denen der Nutzen so konkret ist, dass sie sich im Alltag beweisen, statt sich vorzuführen.
Der vernetzte Backofen, den man auf dem Heimweg vorheizt, spart genau die Viertelstunde, die zwischen ausgehungert und entspannt liegt. Kameras im Garraum überwachen den Braten, sodass man nicht alle fünf Minuten die Tür öffnet und die Hitze rauslässt; manche erkennen das Gargut selbst und schlagen Programm und Zeit vor. Ein integriertes Bratenthermometer trifft den Garpunkt präziser, als es das Bauchgefühl je könnte.
Am unaufgeregtesten und vielleicht am nützlichsten ist die Kopplung von Kochfeld und Dunstabzug: Der Abzug erkennt, was auf dem Kochfeld passiert, und regelt seine Leistung selbst. Niemand muss mehr an die Stufe denken. Gerade in offenen Grundrissen ist das ein echter Gewinn, wie wir in unserem Beitrag über die offene Wohnküche und ihre Akustik zeigen.
→ Weiterlesen: die offene Wohnküche und ihre AkustikUnd dann die Sprachsteuerung, die man belächelt, bis man mit teigigen Händen einen Timer stellen will.
Das ist der gemeinsame Nenner sinnvoller Küchentechnik: Sie nimmt Ihnen einen Handgriff ab, den Sie ohnehin machen. Sie erfindet keinen neuen.
„Gute Küchentechnik nimmt einem einen Handgriff ab, den man ohnehin macht.“
Die Technik, die vor allem beeindruckt
Und dann gibt es die andere Kategorie: Funktionen, die auf dem Datenblatt glänzen und im Alltag verstauben. Der Kühlschrank, der eine Einkaufsliste aus seinem Inhalt generiert, klingt großartig – bis man merkt, dass man die Milch auch so vermisst. Farbwechsellicht am Dunstabzug in Dutzenden Stimmungsfarben ist ein hübsches Spielzeug, kein Kaufgrund.
Nicht alles, was vernetzt werden kann, ist auch sinnvoll. Manches ist einfach nur möglich.
Spielereien sind nicht verboten. Wer Freude daran hat, soll sie haben. Kaufen Sie sie nur als das, was sie sind: nette Zugabe, nicht Fundament. Das Fundament einer Küche sind Grundriss, Wege, Stauraum und Licht. Technik kommt obendrauf, nicht darunter.
Beim Licht übrigens gilt dasselbe: Eine App mit Lichtszenen hilft wenig, wenn die Arbeitsfläche falsch ausgeleuchtet ist. Warum gutes Licht über die Wirkung einer ganzen Küche entscheidet, lesen Sie in unserem Beitrag warum die Beleuchtung entscheidet, ob eine Küche teuer aussieht oder nur hell ist.
→ Weiterlesen: warum die Beleuchtung entscheidet, ob eine Küche teuer aussieht oder nur hell istWas muss vor dem Einbau geplant werden?
Hier liegt der eigentliche Grund, warum die smarte Küche eine Sache fürs Studio ist und nicht fürs Elektronikregal. Vernetzte Geräte brauchen WLAN an Stellen, an denen bisher keins war. Sie brauchen Steckdosen, die kein Standardplan vorsieht. Und sie brauchen ein durchdachtes Verhältnis zwischen dem, was automatisch läuft, und dem, was Sie selbst in der Hand behalten wollen.
Eine smarte Küche, die schlecht geplant ist, ist keine smarte Küche. Sie ist ein Kabelsalat mit App.
Diese Punkte klären wir, bevor der Elektriker kommt:
Wie lange wird die App unterstützt?
Dazu kommt eine Frage, die kein Verkaufsgespräch gern stellt: Wie lange wird das unterstützt?
Ein Backofen hält zwanzig Jahre. Eine App-Generation selten.
Wer smart plant, plant deshalb so, dass die Küche auch dann noch eine gute Küche ist, wenn die smarte Ebene irgendwann veraltet. Jedes Gerät muss auch ohne Netz und ohne App ein vollwertiges Gerät bleiben. Fragen Sie beim Gerätekauf konkret nach, wie lange der Hersteller Software-Updates zusagt.
Die klügste Vernetzung ist die, auf die man verzichten kann, ohne dass etwas fehlt.
„Ein Backofen hält zwanzig Jahre. Eine App-Generation selten. Klug plant, wer beide bedenkt.“
Warum Sie Technik im Studio ausprobieren sollten
Die Grenze zwischen dem, was hilft, und dem, was blendet, zieht man am besten nicht im Prospekt, sondern mit der Hand an der echten Front, an einem echten Kochfeld, in einer Küche, die man anfassen kann. Technik ist einfach zu verkaufen. Die ehrliche Beratung besteht darin, auch zu sagen, was man sich sparen kann.
Am Ende ist die beste smarte Küche nicht die mit den meisten Funktionen. Es ist die, die sich so selbstverständlich bedient, dass man über die Technik gar nicht mehr nachdenkt. Eine gute Küche macht sich unsichtbar. Das gilt für den Beschlag, es gilt fürs Licht, und es gilt, richtig geplant, auch fürs WLAN. Woran Sie diese Qualität insgesamt erkennen, zeigen wir in gute Küche erkennen: worauf es wirklich ankommt.
→ Weiterlesen: gute Küche erkennen: worauf es wirklich ankommtHäufige Fragen zu smarten Küchen
Lohnt sich ein vernetzter Backofen?
Ja, wenn Sie ihn regelmäßig vom Heimweg aus vorheizen oder Garraumkamera und Bratenthermometer nutzen. Wer nur gelegentlich bäckt, braucht die App nicht. Achten Sie in jedem Fall darauf, dass sich alle Funktionen auch direkt am Gerät bedienen lassen.
Funktioniert eine smarte Küche auch ohne WLAN?
Sie sollte. Wir planen so, dass jedes Gerät ohne Netz voll funktionsfähig bleibt. Die Vernetzung ist eine zusätzliche Ebene, kein Ersatz für die Bedienung am Gerät.
Kann ich smarte Funktionen später nachrüsten?
Teilweise. Ein Access Point oder eine zusätzliche Steckdose lässt sich nachrüsten, ein Kochfeldabzug oder ein anderes Gerät mit Kopplung meist nur mit Umbau. Was Sie sich offenhalten wollen, sollten Sie deshalb in der Planung mit vorsehen: Leerrohr und Strom kosten im Rohbau wenig.
Welche smarte Funktion empfehlen Sie zuerst?
Die automatische Kopplung von Kochfeld und Dunstabzug. Sie arbeitet still im Hintergrund, verbessert die Luft und verlangt keinerlei Bedienung.
Wir öffnen jede Schublade
Wir sagen Ihnen auch, welche Technik Sie getrost weglassen können. Seit 1996 planen wir als inhabergeführtes Studio Küchen im Münchner Süden, über 2.000 bisher. Vereinbaren Sie einen Beratungstermin in unserem Studio am Marktplatz 2 in Grünwald: telefonisch unter 089 649 26 24.



